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Hadsch - Hacc
 

Stationen der Hadsch (5): Historische Orte II

Von: M. Hulusi Ünye

Stationen der Hadsch (5): Historische Orte II

Für heute steht der Besuch des Friedhofs in Uhud an. Die Grabstätte ist mit hohen Mauern umgeben und sieht eigentlich nicht wie ein Friedhof aus. In der Mitte ist eine Stelle mit schwarzen Steinen markiert. Hier sind die Gräber von Hamza (ra) und der anderen Märtyrer (Schahîd), die im Kampf bei Uhud gefallen sind. Wie alle anderen Anwesenden, beten wir für diese Märtyrer und fahren weiter zur Kiblatajn-Moschee.

zum Artikel...Die Kiblatajn-Moschee

Die Kiblatajn-Moschee ist eine kleine Moschee in einem Dorf im Akik-Tal, das früher als das Heim „der Söhne von Salama” bekannt war. Dieses Dorf ist heute mit der Stadt Medina zusammengewachsen. Die Kiblatajn-Moschee ist inzwischen modernisiert worden und wird rund um die Uhr von zahlreichen Pilgern besucht.

Die Moschee wird deshalb Kiblatajn-Moschee („Moschee der zwei Gebetsrichtungen”) genannt, weil es in ihr zwei Gebetsnischen gibt bzw. bis vor ein paar Jahren gab. Die eine war zur Masdschid al-Aksa in Jerusalem und die andere zur Kâba in Mekka ausgerichtet. In den Überlieferungen heißt es, dass Allah dem Propheten (saw) den Vers 144 der SureBakara offenbarte, während der Prophet in dieser Moschee das Mittagsgebet verrichtete. In diesem Vers wird der Prophet (saw) aufgefordert, sich von da an beim Beten nicht mehr zur Masdschid al-Aksa, sondern zur Kâba zu wenden. In einer anderen Überlieferung heißt es, dass dies beim Nachmittagsgebet geschah.

Von diesem Dorf weiß man auch, dass mehrere Kinder von dort zusammenkamen und trotz der weiten Entfernung gelegentlich den Propheten (saw) besuchten. Unter ihnen war auch ein jüdisches Kind. Eines Tages konnte der Prophet (saw) diesen Jungen nicht unter den anderen Kindern sehen und fragte sie nach ihm. Die Kinder antworteten, dass er schwer krank sei. Daraufhin ging der Prophet (saw) den Jungen besuchen.

zum Artikel...In den Überlieferungen heißt es, dass der Prophet (saw) auf seiner Heimreise von diesem Besuch in dieser Moschee betete, als Allah ihm den Vers über die Änderung der Gebetsrichtung offenbarte. Um dieses Ereignis in Erinnerung zu halten, wurden seit Jahrhunderten beide Gebetsrichtungen in dieser Moschee markiert. Vor einigen Jahren jedoch wurden die Schrift und die Kanzel, die auf die alte Gebetsrichtung hinwies, entfernt.


„Die Sieben Moscheen“

Nach dem Besuch in der Moschee gehen wir zum Handak (Graben), dem Ort, an der der sogenannte „Grabenkrieg” ausgetragen wurde. Heute wird dieser Ort „Die Sieben Moscheen” genannt. Natürlich ist mittlerweile von dem Graben nichts mehr übrig. Überall wurden neue Häuser gebaut. Als Erinnerung an den „ Grabenkrieg” gibt es nur sieben kleine Moscheen, in denen aber nicht gebetet wird. Diese symbolisieren nur die während des Krieges von den Gefährten des Propheten (saw) aufgestellten Zelte.

zum Artikel...Bei unserem diesjährigen Besuch in Handak erlebten wir aber eine Überraschung. An die Stelle einiger der kleinen, alten Moscheen wurde hier eine neue große Moschee errichtet.

Der „ Grabenkrieg” hatte in der Geschichte von Medina eine bedeutende Rolle. Mit den damaligen Mitteln wurde ein fünf Kilometer langer und vier Meter breiter Graben ausgehoben, aus dem man nicht mehr hinauskam, wenn man hineinfiel. Dies war damals in der arabischen Welt eine noch unbekannte Verteidigungsstrategie. Es ist bewundernswert, dass ein so langer Graben von so wenigen Männern, die dazu noch hungrig, durstig und erschöpft waren, ausgehoben wurde. Sowohl die Angreifer aus Mekka, als auch deren Unterstützer erlitten in Handak eine große Niederlage. Dieser Krieg war ein Wendepunkt. Von da an dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Muslime Mekka eroberten.


Kuba-Moschee

zum Artikel...Danach begeben wir uns zu dem letzten Wallfahrtsort an diesem Tag, der Kuba-Moschee. Die Kuba-Moschee liegt im Südwesten von Medina. Sie ist die erste Moschee, die in Medina errichtet worden ist. Über ihre besondere Bedeutung wird auch im Koran berichtet.

Der erste Zwischenstopp des Propheten (saw) in der Region um Medina während der Auswanderung (Hidschra) von Mekka nach Medina war im Dorf Kuba. In diesem Dorf verbrachte der Prophet (saw) 15 Tage und baute in dieser Zeit die Kuba-Moschee. An dem Bau der Moschee arbeitete der Prophet (saw) auch selbst. Er grub den Grund für die Moschee aus, legte die ersten Ziegelsteine und half auch bei anderen Bauarbeiten mit.

Wenn möglich, sollte man die Kuba-Moschee samstags besuchen und dort beten. Der Prophet (saw) sagt nämlich: „Ein Gebet in der Kuba-Moschee trägt soviel Wohltat in sich, wie eine Umra.” In einer anderen Überlieferung wird davon berichtet, dass der Prophet (saw) vor allem samstags in die Kuba-Moschee kam und dort betete.

Die Moscheen zählen zu den wichtigsten Einrichtungen im Islam. Aus diesem Grund ließ der Prophet (saw), in dem Dorf Kuba, als erstes eine Moschee errichten. Als er zum ersten Mal in Medina ankam, errichtete er erst eine Moschee und danach erst sein eigenes Haus.

 
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