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Hadsch - Hacc
 

Eine Reise zum „Haus Allahs“: Die Hadsch

Eine Reise zum „Haus Allahs“: Die Hadsch

„Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt. Lass sie zu dir kommen zu Fuß und auf allen möglichen flinken Reittieren, aus den fernsten Gegenden.“ [22:27 ] „Siehe, das erste für die Menschheit errichtete Haus war das in Bakka - gesegnet und eine Leitung für alle Welt.“ [3:96]

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Diese Verse haben wir bestimmt schon tausend Mal im Original oder als Übersetzung gelesen. Doch ihre wahre Bedeutung spürt und erkennt man nur im Zentrum der Welt, an dem Ort der Liebe. Plötzlich vergisst man alles Weltliche und versinkt in eine Welt, die nur auf einer emotionalen Ebene wahrgenommen werden kann. Jetzt gibt es keine Richtungen mehr. Keinen Norden, keinen Süden, keinen Westen, keinen Osten. Nur noch der Punkt, an dem sich alle Richtungen treffen: die Kâba, Bajtullâh, das heißt, ein Ort, den Allah für die Menschen bestimmt hat, der so alt ist wie die Menschheitsgeschichte und zugleich neu wie die Menschheit!

Sie sehen, dass die Richtung, zu der sie sich für das Gebet irgendwo auf der Welt wenden, hier aufhört. Oder vielleicht beginnen alle Richtungen hier. Und hier ist die Kâba. Der Punkt, um den seit der Existenz der Erde und insbesondere seit der Zeit von Muhammed (saw) jeden Moment Menschen kreisen oder Menschen auf der ganzen Welt sich zu ihm wenden. Allah ist der Größte!

zum Artikel...Jeder Muslim muss ein Mal in seinem Leben die Kâba besuchen. Dieses Gebot gehört zu den fünf Pfeilern der Religion. Jeder wird sich zu dieser Stelle begeben und alle werden dort zusammentreffen. Nur an bestimmten Tagen des Jahres wir dies so sein, da die Hadsch nur in bestimmten Monaten verrichtet werden kann.

Die Hadsch ist erforderlich, damit der Mensch sich seiner Aufgabe als Diener Allahs bewusst wird. Unser Herr braucht unsere Dienerschaft nicht, wir benötigen es, seine Diener zu sein. Die Hadsch ist ein Gottesdienst, bei dem man unter Millionen von Menschen verloren geht und doch allein ist. Man kann keinen Gottesdienst mit jemand anderem zusammen ausüben. Alles macht man selber und nur für sich, mit dem Bewusstsein Allahs Wohlwollen zu erlagen.

zum Artikel...Aus diesem Grund kann man die Worte des Gesandten Allahs „Wer eine anerkannte Hadsch vollzieht, kehrt wie ein Neugeborenes frei von Sünden zurück“nur dort verstehen. Alles verleitet dich zu Allah und dazu, ihm zu dienen. Das Ihrâm-Gewand lässt jemanden das Versprechen geben, fern von schlechten Taten zu bleiben und dies auch einzuhalten. Die Hadsch kann auch nur dann beginnen! Bevor man das Mikat-Gebiet betritt, ziehen die Männer ihre unkonfektionierte, nahtfreie und aus zwei Stoffteilen bestehende Kleidung an. Die Frauen dagegen tragen ihre normale Kleidung. So beginnt man, das Weltliche hinter sich zu lassen. Davor reinigt man sich mit der Ganzkörperwaschung und einem zweiteiligen freiwilligen Gebet. Nun gelten die bestimmte Verbote. Wenn man die Verbote nicht einhält, schächtet man als Strafe im Namen Allahs für Arme ein Opfertier und verteilt Almosen. Die Verbote lauten folgendermaßen: Jeglicher Geschlechtsverkehr und jede Handlungen, ja selbst Gespräche, die dazu führen können sind nicht erlaubt. Das Beschimpfen und Beleidigen der Mitmenschen, deren Demütigung und Schädigung ist zu vermeiden. Klatsch und Gerede sowie unnötige Streitigkeiten und Diskussionen müssen gemieden werden. Das Abreißen von Grünpflanzen, das Töten ungefährlicher Lebewesen, das Jagen oder die Unterstützung anderer beim Jagen sowie sich zu rasieren, zu parfümieren, das Abzupfen jeglicher Körperhaare und das Schneiden der Fingernägel sind verboten. Außerdem ist es Männern verboten konfektionierte, genähte Kleidung wie Hosen und Unterwäsche anzuziehen sowie Schuhwerk mit Absätzen und geschlossenem Vorderteil zu tragen. Auch das Tragen von Käppchen oder sonstige Kopfbedeckungen ist Männern nicht gestattet. Den Frauen ist es verboten, das Gesicht in der Gänze zu bedecken.

Und demgemäß beginne ich auch die Hadsch. Als ich in Mekka ankomme, spreche ich wie unser Prophet (saw) folgendes Bittgebet:„Oh Allah! Bereite mir dieses Gebiet als ein Heim und füge es, dass ich dort Halal-Gaben bekomme. Dieses heilige Gebiet gehört Dir. Dieses Gebiet ist Dein Gebiet. Sicherheit ist nur von Dir zu erwarten. Wir sind Deine Diener. Ich kam aus fernen Ländern zu Dir. Ich kam mit vielen Sünden und schlechten Taten. Ich fürchte mich vor Deiner Strafe und suche Zuflucht bei Dir. Somit bitte ich Dich: Heiße mich mit Deiner Vergebung willkommen und akzeptiere mich in dem Paradies Naîmâ.“

Als ich anschließend die Kâba erblicke, sage ich: „Es gibt keinen anderen Besitzer der Kraft und des Vermögens als Allah, dem Herrlichen. Es gibt keinen Gott zum Anbeten, außer Allah. Es gibt nur Ihn. Es gibt niemanden seinesgleichen. Alles gehört Ihm, nur Ihm wird gedankt. Er erweckt zum Leben und Er nimmt das Leben. Er ist immer lebendig, und sein Sein hat kein Ende. Alles Gute liegt in seiner Hand. Seine Kraft reicht für alles. Er ist das Ziel unseres Daseins. Oh Allah! Vermehre die Ehre, die Ehrbarkeit, die Herrlichkeit und Würde dieses heiligen Hauses. Oh unser Schöpfer! Vermehre die Ehre und den Rang derjenigen, die dem heiligen Haus ihre Ehre erweisen und ihre Hochachtung zollen und derer, die auf dieselbe Weise dem heiligen Haus ihre Ehre erweisen und ihre Hochachtung zollen, während sie die Hadsch oder Umrah vollbringen. Vermehre ihre guten Taten.“

zum Artikel...Danach spreche ich meine Absicht für den Tawâf aus. Die Kâba verzaubert einen. Gegenüber dem schwarzen Stein beginnt man die Umkreisung. Man sagt „Bismillâhi Allahu Akbar“ und spricht ein Gebet. Ich spreche folgendes Gebet: „Ich preise den Namen Allahs, dessen Ruhm erhaben ist und der fern von allen Mängeln ist. Jeglicher Dank gebührt Allah. Es gibt keinen Gott außer Allah, und Allah ist der Größte. Es gibt keinen anderen Besitzer der Kraft und Macht außer Allah, dem Herrlichen. Gegrüßt sei der Gesandte Allahs, den auch Allah grüßt. Oh Allah! Ich bin gekommen, weil ich an Dich glaube, weil ich Dein Buch bestätige, weil ich mein Wort hielt und Deinem Gesandten und Liebling Muhammed (saw) gehorche. Oh Allah! Ich erwünsche mir Vergebung und Gesundheit. Ich möchte stete Gesundheit sowohl hinsichtlich der Religion als auch auf Erden und im Jenseits erlangen. Ich möchte in Deinen Himmel gelangen und Deiner Hölle entfliehen (Oh mein Schöpfer füge, dass ich all dies erlange!).

zum Artikel...Als ich bei der Ruknu Jamâni ankomme, spreche ich: „Oh Schöpfer! Gib uns sowohl auf Erden als auch im Jenseits Gutes. Oh Du Mächtiger! Du, der Du bist der reichlich vergebende Schöpfer der Welten! Schütze uns vor dem Feuer der Hölle. Nimm uns zusammen mit den Guten in Deinem Himmel auf.“

Ich umkreise die Kâba. Oh Allah, nie zuvor habe ich mich dermaßen hilflos und verzweifelt gefühlt. Ich setze meine Gebete fort und suche Zuflucht beim Schöpfer der Welten: „Oh Allah! Dies ist Dein Haus. Dieser heilige Platz ist Dein heiliger Platz. Die Sicherheit dagegen ist nur von Dir zu erwarten. Die dienenden Geschöpfe sind Deine Diener. Auch ich bin Dein Diener. Das Kind von einem Deiner Diener. Dies ist der Ort, an dem man Zuflucht bei Dir zu finden sucht, um der Hölle zu entrinnen. Oh. Allah! Erwirke, dass wir den Glauben lieben, verziere ihn für unser Herz. Mache, dass wir uns vor dem Unglauben, vor dem Verfall in Sünde und vor Aufruhr ekeln. Mache uns zu solchen Menschen, die das Rechte finden. Oh Allah! Schütze uns vor der Pein des Tages, an dem Du uns wieder auferstehen lässt. Mache uns zu solchen Menschen, die ohne Abrechnung in Deinen Himmel einziehen.“

Ich schaue um mich. Es ist so voll, dass ich manchmal meine Füße nicht mehr auf dem Boden spüre. Die Menge zieht mich mit im Kreis. Ich wende mich in Reue an Allah: „Oh Allah! Ich nehme Zuflucht zu Dir vor dem Zweifel, vor der Beigesellung einer Gottheit neben Dir, vor Entfremdung, vor Heuchelei, vor Sittenlosigkeit, vor schlechtem Ansehen, vor der schlechten Rückkehr zu meinem Besitz, zu meiner Familie und den Kindern.Oh Allah! Ohne Zweifel möchte ich Dein Wohlwollen, Deinen Himmel erlangen. Vor Deinem Ingrimm und vor Deiner Hölle suche ich wiederum Zuflucht bei Dir. Oh Allah! Ich suche auch Zuflucht bei Dir gegen die Verführung im Grab und gegen die Verführung des Todes und des Lebens.“

An diesem Punkt versinke ich in andere Welten. Freudentränen und Tränen aus Reue vermischen sich. Hinzu kommen Tränen der Verzweiflung, meine unterdrückten Geschwister auf der Welt im Stich gelassen zu haben. Die Menschen um mich weinen ebenfalls. Niemand schämt sich seiner Tränen.

zum Artikel...In meiner Verzweiflung bete ich weiter: „O Allah! Nimm diese Hadsch (oder Umra) an. Erkläre meine Bemühungen zu solchen, die des Dankes wert sind, meine Sünden zu vergeben und meine Taten zu rechtschaffenen und gut geheißenen. Oh Allah, der Du weißt, was in den Herzen vorgeht. Ziehe mich aus der Dunkelheit ins Licht. Oh Allah! Ich erwünsche mir solche Dinge, die mir Deine Barmherzigkeit zusichern, solche Bemühungen, die mir Deine Vergebung zusichern, die Errettung von jeglichen Sünden, Schlechtigkeiten, einen Reichtum an allem möglichen Guten, das Erlangen des Himmels und die Errettung von der Hölle. Beschere mir Genügsamkeit bezüglich der Gaben, die Du mir schenkst, Fruchtbarkeit hinsichtlich derjenigen Gaben, die Du mir zuteil werden lässt und gebe mir alles Gute, was ich nicht kenne, was aber Du kennst.”

Gedanken über den Jüngsten Tag und die Abrechnung überkommen mich. Vor allem denke ich an die Hitze, die an dem Tag herrschen wird, und flehe Allah an: „Oh Allah! Schenke mir den Schatten Deines Thrones an dem Tag, an dem außer Deinem Schatten kein Schatten vorhanden ist und an dem außer Dir nichts Ewiges seiend ist. Tränke mich vom Brunnen des Muhammad (saw), der Dein Prophet ist, so dass ich nie wieder Durst erleiden muss. Oh Allah! Ich erwünsche mir von Dir diejenigen Wohltaten, die auch Dein Prophet Muhammad (saw) von Dir erwünscht hat. Und ich suche Zuflucht bei Dir vor denjenigen Dingen, vor denen auch Dein Prophet Muhammad (saw) Zuflucht bei Dir gesucht hat. Oh Allah! Ich erwünsche mir von Dir Deinen Himmel. Ich erwünsche mir die Gaben des Himmels. Ich erflehe solche Worte, Taten oder Handlungen, die mich dem Himmel annähern.“

zum Artikel...Danach erkenne ich, dass ich immer noch auf dieser Welt lebe und bereue meine Sünden, meine Undankbarkeit gegenüber den Gaben Allahs und suche Zuflucht bei ihm: „Oh Allah! Ich weiß, dass Du vielerlei Anrechte über mich besitzt. Auch gibt es Anrechte zwischen Deinen Schöpfungen und mir. Oh Allah! Vergib mir Deine Anrechte und erleichtere mir die Last derjenigen Deiner Geschöpfe. Gebe mir Reichtum mit Deinen Gaben, die halâl sind und schütze mich vor denjenigen, die harâm sind. Oh Allah, dessen Vergebung reichlich ist! Beschütze mich davor, zu gehorchen und Dir dann zu entsagen. Errette mich davon, Deine Gnade zu erhalten und dann eines anderen als Dir bedürftig zu sein. Oh Allah! Dieses Dein Haus ist wirklich sehr erhaben. Und Du bist sehr ehrerbietend. Und Oh Allah! Du bist Halîm, Kerîm und Azîm. Vergib mir, denn Du bist der Vergebende.“

Der Tawâf geht weiter. Ich bete für vieles, auch dafür, dass mein Verdienst erlaubt und rein sein möge: „Oh Allah! Ich erwünsche mir von Dir einen vollkommenen Glauben, ein loyales Wissen, reichliche Gaben, ein ehrfürchtiges, zitterndes, schauderndes, gottesfürchtiges Herz, eine gottesandächtige Zunge, reinen und erlaubten Gewinn, eine wahrhafte Entsagung der Sünden und eine Entsagung der Sünden vor dem Tod. Ich erwünsche mir einen leichten Tod, Vergebung und Barmherzigkeit nach dem Tod, Vergebung bei meiner Abrechnung, Erlangen Deines Himmels und Errettung von Deiner Hölle. Denn Deine Barmherzigkeit ist unendlich, Oh Allah, der Du mächtig und allvergebend bist. Mein Schöpfer! Vermehre mein Wissen und erkläre mich zu den Rechtschaffenen.“

Nun ist der Tawâf zu Ende. Ich freue mich, nicht weil die Umkreisung beendet ist, sondern weil ich mich meinem Herrn an diesem heiligen Ort zuwenden konnte. Bevor ich zur Makâmi Ibrâhîm gehe, sage ich folgendes Gebet auf: „Oh Allah, der Du bist der Vorderste der Ehrwürdigen und Beschenkenden! Tränke mich vom Brunnen unseres ehrwürdigen Propheten Muhammad (saw), der Dein Prophet ist, mit Deiner Gnade und Großherzigkeit.“In der SureÂl-i Imrân, Vers 97 heißt es: „Wo es klare Zeichen gibt, wie die Stätte Abrahams. Wer es betritt, ist sicher.“[3:97] An dieser Stätte bete ich ein zweiteiliges Gebet. Um Erfrischung einzuholen, trinke ich vom Zamzam. Dieses Wasser entsprang aus einer Quelle mitten in einer trockenen Wüste unter den Füßen von Ismael. Alhamdulillâhi rabbil âlamîn! In der Menge bewege ich mich zum Hügel Safâ. Dort wende ich mich der Kâba zu, begrüße sie und gebe meine Absicht für die Saj kund: „Allah ist der Größte.“

„Allah ist der Größte. Allah ist der Größte. Allah ist der Größte aller Großen. Ihm sei reichlich Dank, denn aller Dank gebührt Ihm. Allah, der von jeglichen Einschränkungen frei ist, ist allmächtig. Wir danken Ihm Tag und Nacht, ohne Ende. Alle Macht und alle Kraft liegt bei Allah. Es gibt keinen anderen Gott als Allah, dem Einen. Er hat auch niemanden seinesgleichen. Alles gehört Ihm und die Macht gehört Ihm. Der Dank gebührt Ihm. Er erweckt zum Leben und nimmt das Leben. Er selbst ist lebendig und sein Sein hat kein Ende. Das Heil liegt in Seiner Hand. Er ist derjenige, dessen Kraft zu allem reicht, und zwar so wie es sich gehört. Zu Ihm wird unser aller Heimkehr sein.“

Als würde ich Hadschar erblicken, wie sie ab und an läuft und sich besorgt um Ismael umdreht. An dem Hügel Marwa angekommen, beginnt ein neuer Saj.

„Safâ und Marwa gehören zu den Zeichen Allahs.“Ich erinnere mich an diesen Vers und versuche, die Weisheit, die dahinter steckt, herauszufinden. Ich denke an Hadschar. Wie sie verlassen mit ihrem Sohn Ismael auf dem Schoß in der trockenen Wüste um einen Tropfen Wasser zu finden, hin und her lief. Wieso gehört das, was sie gemacht haben, zu den Zeichen Allahs? Ich weiß es nicht, ich überlege auch nicht. Allah hat es so gewollt, Abraham hat es so getan und der Prophet Muhammad (saw) auch.

Deshalb denke ich nicht weiter an den Grund. Im Gedenken Hadschars leiste ich Folge und flehe: „Allah ist der Größte. Allah ist der Größte. Allah ist der Größte. Allah gebührt aller Dank. Es gibt keinen Gott außer Allah. Allah ist einmalig und alles ist auf ihn angewiesen. Und Allah hat weder Gefährten, noch Kinder. In seinem Reich und in seiner Macht, kann es seinesgleichen nicht geben und es gibt seinesgleichen auch nicht. Um seine Absichten auszuführen, hat er auch keine Helfer nötig. Sodann wisse, dass Allah der Größte ist und glaube auch entsprechend. Oh Allah! Du sagst in Deinem offenbarten Buch zweifelsohne folgendes: Betet zu mir, fleht mich an, damit ich euch sofort erhöre und das Erwünschte beschere. O unser Schöpfer! Wir kommen zu Dir und flehen Dich an, so wie Du es uns befohlen hast: Vergib uns! Denn Du handelst nie wider Dein Versprechen.“

Die Menschen um mich flehen wie ich Allah an. Manche leise, andere wiederum laut oder murmelnd. Voller Liebe beten sie: „Es gibt keinen Gott außer Allah. Und dieser einmalige Allah, ist der einzige Besitzer alles Seienden und aller Macht. Er ist der einzige wirkliche Rechtmäßige und Offensichtliche. Und Muhammad ist sein Gesandter, welcher stets die Wahrheit ausspricht und dessen Versprechen man trauen kann. Oh Schöpfer! So wie Du mich zum Islam bekehrt hast, so trenne mich auch nicht von ihm. Lass mich als Muslim sterben.“

zum Artikel...Die Saj hört nicht auf. Die innere Auseinandersetzung auch nicht. Deshalb bete ich zu Allah, mir zu helfen: „Du bist frei von allen Einschränkungen. Wir sind nicht in der Lage, Dir so wie es Dir gebührt, so wie es Dein Recht ist, Dank zu empfangen. Wir erklären Dich fehlerfrei, so wie es Dir zusteht. O Allah! Mache, dass wir unseren Glauben lieben. Verwebe es in unsere Seelen und Herzen. Mache, dass wir uns vom Unglauben, von der Begehung von Sünden, von Aufruhr gegen Dich ekeln. Und mache uns zu denen, die den rechten Weg finden. Oh Du mein Schöpfer! Öffne mein Herz und erweitere meine Seele. Und erleichtere auch meine Angelegenheiten.“

Die Saj ist schließlich auch beendet. Das Gebet verlässt nie unsere Lippen. Betend gehen wir wieder zur Kâba: „Oh Du unser Schöpfer! Akzeptiere dies von uns. Gib uns Gesundheit, vergib uns. Hilf uns, Dir zu gehorchen und zu danken. Hilf uns, damit wir einen vollständigen und perfekten Glauben und Islam erreichen können. Lass uns auf solch eine Weise sterben, welche Dein Wohlgefallen findet. Oh Allah! Habe Mitleid mir mir. Solange Du mich am Leben lässt, hilf mir mich von dem zu entfernen, das bezüglich dem Aufstand gegen Dich noch in mir vorhanden ist. Oh Allah! Habe Mitleid mit mir, damit mir das Befassen mit nutz- und sinnlosen Dingen schwer fällt. Gib mir solche Gaben, die Dein Wohlgefallen finden, Oh Allah, der Du bist der Barmherzigste unter den Barmherzigen.“Es ist der neunte Tag des Monats Zilhidscha. An diesem Tag wird der Aufenthalt am Arafat vollbracht. Die Zeit des Aufenthalts in Arafat beginnt mit dem Anfang der Zeit des Mittagsgebetes und endet am Festtag kurz vor Sonnenaufgang. Jemand, der sich während dieser Zeitspanne in irgendwelcher Form einen einzigen Moment im Gebiet um Arafat aufhält, erfüllt diese Bedingung.Die Danksagungen und Gebete werden ständig aufgesagt. Wir beten auch für unsere Freunde und Verwandten.„Es gibt keinen Gott außer dem einzigartigen Allah. Er hat auch keinen Teilhaber. Aller Besitz und alle Macht gehört ihm. Aller Dank gebührt nur ihm. Und er ist es, der Leben spendet und das Leben nimmt. Er selbst dagegen ist lebendig. Er ist ewig. Er ist unsterblich bis in alle Ewigkeit. Das Heil liegt in seiner Hand. Er ist es, dessen Kraft zu allem reicht, und zwar so, wie es sich gehört. Zu Ihm wird unser aller Heimkehr sein. Oh Allah! Fülle mein Herz mit Licht. Fülle auch das, was ich höre (mein Ohr) mit Licht. Fülle auch das, was ich sehe (mein Auge) mit Licht. Oh Allah! Öffne mein Herz und erweitere meine Seele. Erleichtere mir meine Angelegenheiten. Und löse die Fesseln meiner Zunge.“

zum Artikel...Die Mittags- und Nachmittagsgebete werden vereint in der Zeit des Mittagsgebetes verrichtet. Jeder betet auf seine Weise. Auch wird der Koran rezitiert. Der Vers 3 in der Sure Mâida erinnert uns an die Abschiedspredigt und –pilgerfahrt unseres Propheten (saw) als dieser offenbart wurde. „Die Ungläubigen verzweifeln heute an euerer Religion. Darum fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich. Heute habe Ich eueren Glauben für euch vollendet und habe Meine Gnade an euch erfüllt, und es ist Mein Wille, daß der Islam euer Glaube ist.“ [5:3]

In diesem Meer der Gefühle begeben wir uns in der Nacht, die den neunten Tag des Monats Zilhidscha mit dem zehnten verbindet, nach Muzdalifa. Wir halten uns hier bis zum ersten Festtag vor Sonnenaufgang auf. Unser ehrwürdiger Prophet vollbrachte den Aufenthalt in Muzdalifa an dem Ort, der Mascharul Harâm. Auch wir verbringen die Nacht dort. Das Abendgebet und das Nachtgebet werden zusammengelegt. Aber diesmal wird das Abendgebet zusammen mit dem Nachtgebet verrichtet. Nachdem wir in Muzdalifa das Morgengebet verrichtet und eine Weile im Gebiet um Arafat verweilt haben, brechen wir auf nach Mina. Mit dem Gebet: „Trotzt dem Teufel und denen, die ihm folgen. Bismillâhi Allâhu Akbar“ steinigen wir den Teufel. Die Ge-schichte zeigt uns, dass sowohl Adam als auch Abraham hier den Teufel in Person gesehen und gesteinigt haben.

zum Artikel...Als wir erfahren, dass unsere Opfertiere geschächtet worden sind, rasieren wir unsere Haare und legen einen Teil des Ihrâm-Gewandes ab. Das heißt, das Gewand wird abgelegt aber die Verbote sind noch gültig.

Jetzt vollbringen wir die Umkreisung der Kâba, die eine unerlässliche Bedingung der Hadsch ist. Während dem Tawâf und bei seiner Beendigung sprechen wir stets Gebete aus. Schließlich, nach Vollendung dieser Umkreisung, wird das Ihrâm-Gewand vollends abgelegt. Und die Verbote werden vollends aufgehoben.

Nachdem auch die Steinigung des Teufels beendet ist, machen wir uns auf den Weg nach Medina in die erleuchtete Stadt, in die Stadt des Propheten (saw).

zum Artikel...Angekommen in Medina besuchen wir die Masdschid an-Nabawi. Mit Segenswünschen und Friedensgrüßen an Muhammad (saw) beeilen wir uns, den heiligen Ort zu betreten. “Zwischen meinem Haus und meiner Kanzel befindet sich ein Garten, der einer der Gärten des Himmels ist”,heißt es in einem Hadîth. Deshalb beten wir hier ein zweiteiliges Gebet, das Tahijjat al-Masdschid genannt wird. Auch hier fließen die Tränen ununterbrochen. Wir befinden uns im Hause und in der Moschee des Propheten (saw)! Wie kann man da seine Gefühle unterdrücken? Unsere Seelen schmelzen dahin an diesem Ort.

“Oh du Gesandter Allahs! Allahs Gruß, Seine Barmherzigkeit und Sein Segen mögen über Dich kommen. O Allah! Gegrüßt seien Muhammad und seine Angehörigen in Frieden.”

Vor dem Gesandten Allahs soll man fortwährend den Friedensgruß aussprechen. Es ist eine Weisung Allahs, den ehrwürdigen Propheten mit der Grußformel zu ehren: „Siehe, Allah und Seine Engel segnen den Propheten. O ihr, die ihr glaubt! Sprecht den Segenswunsch für ihn und begrüßt ihn mit dem Friedensgruß.“ [33:56]

zum Artikel...Nachdem auf diese Weise gegrüßt wurde, gehe ich über zum Grab von Abû Bakr, das ca. einen Meter auf der rechten Seite neben dem Grab des Propheten liegt. Hier, begrüße ich Abû Bakr wie folgt: „Gegrüßt seiest Du, oh Nachfolger des Gesandten Allahs. O Abû Bakr. Allahs Gruß, Barmherzigkeit und Sein Segen mögen über Dich kommen. Wir werden uns zweifelsohne zu Dir gesellen. Wir bitten Allah sowohl für uns selbst, als auch für Dich um Vergebung und Wohlergehen.”

Wiederum einen Meter weiter auf der rechten Seite des Grabes von Abû Bakr, befindet sich das Grab von Umar. Hier grüße ich auch Umar wie folgt: „Sei gegrüßt, o Fürst der Muslime. O Umar ibni Chattâb. Allahs Gruß, Barmherzigkeit und Sein Segen mögen über Dich kommen. Wir werden uns zweifelsohne zu euch gesellen. Wir bitten Allah sowohl für uns selbst als auch für Dich um Vergebung und Wohlergehen.”

zum Artikel...Anschließend besuche ich den Friedhof des „Ewigen Paradieses“ und begrüße hier die Freunde und Gefährten des Gesandten (saw): “Gegrüßt seid ihr, oh Leute des „Ewigen Paradieses“. Gegrüßt seid ihr, oh Leute des Landes der Gläubigen und Muslime. Wir werden uns zweifelsohne zu Euch gesellen. Wir bitten Allah sowohl für uns selbst, als auch für Euch um Wohlergehen.”

Natürlich gibt es in Medina noch viele andere Plätze, die man besichtigen kann. Aber es ist unmöglich, sie hier alle zu beschreiben.

Deshalb setze ich an dieser Stelle der Pilgerreise einen Punkt und wünsche, dass Allah die Absichten und Taten derjenigen akzeptieren möge, die seiner Einladung entsprechen und die Hadsch vollbringen. Und möge Allah es auch denjenigen ermöglichen, die bisher die Hadsch nicht verrichten konnten.

 
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